· Philologenverband begrüßt Verbesserung bei Vertretungen
· PhV-Vorsitzender Ralf Scholl: „Maßnahme kann zu einem deutlichen Rückgang des Unterrichtsausfalls an Gymnasien führen“

 

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) begrüßt, dass Schulen künftig beim plötzlichen Ausfall einer Lehrkraft schon nach einer Woche eine Vertretungslehrkraft vom zuständigen Regierungspräsidium anfordern können (bisher: frühestens nach drei Wochen Ausfall). PhV-Vorsitzender Ralf Scholl: „Diese Maßnahme kann zu einem deutlichen Rückgang des Unterrichtsausfalls an den Gymnasien führen, so lange genügend Lehrkräfte für kurzfristige Vertretungsverträge bereit stehen. Wir sind hocherfreut über diese neue Flexibilität im Kultusministerium. Diese Maßnahme entspricht einer langjährigen Forderung des PhV zur Entlastung der Lehrerkollegien von Zusatzarbeit.“

Bisher mussten die Lehrkräfte der einzelnen Schulen selbst mindestens drei Wochen lang zusätzliche Vertretungsstunden übernehmen, bevor eine Vertretungslehrkraft angefordert werden konnte, da Krankschreibungen von mehr als zwei Wochen nur in den seltensten Fällen erfolgen. „Diese neue Flexibilität von Vertretungslehrer-Anforderungen ist dadurch eine Maßnahme, die sehr häufig zum Tragen kommen kann und damit geeignet ist, Stundenausfälle an den Gymnasien deutlich zu verringern“, so Ralf Scholl. Bei 1.700 nicht eingestellten gymnasialen Bewerbern vor allem mit sprachlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern sollte zumindest in diesen Fächern ein hinreichend großer Bewerberpool für kurzfristige Vertretungen vorhanden sein.

Der Philologenverband Baden-Württemberg begrüßt darüber hinaus die für die Aufstellung des Landeshaushalts angekündigte Erhöhung der Krankheitsreserve von 1.666 auf 2.000 Stellen für alle Schularten. Er weist jedoch darauf hin, dass dies immer noch zu wenig ist, da bei über 100.000 Lehrerstellen und einem Krankenstand von allein 1,5 % - 2 % langfristigen Erkrankungen diese Krankheitsreserve schon am ersten Schultag praktisch komplett für die Aufrechterhaltung des Unterrichts benötigt wird.

Da nur im Gymnasialbereich genügend Bewerber zur Verfügung stehen, um die neu geschaffenen Stellen dann auch zu besetzen, schlägt der PhV vor, die zusätzlichen Stellen vorrangig in diesem Bereich zu schaffen.

An den Gymnasien wird die Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2019/2020 ähnlich gut (oder schlecht) wie in den letzten Jahren sein. Mit 20 unbesetzten Stellen ist das Gymnasium vergleichsweise gut versorgt. Ein Grund dafür ist, dass an den Gymnasien die große Pensionierungswelle der vergangenen 15 Jahre bereits am Abklingen ist. „Die Unterversorgung im Mangelfach Bildende Kunst und in den naturwissenschaftlichen Problemfächern, insbesondere Physik und Informatik, bleibt aber weiterhin bestehen“, erklärt Ralf Scholl abschließend.

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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden über 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit rund 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den 462 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.

Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der ca. 30.000 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.