Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft der Jungen Philologen im Philologenverband Baden-Württemberg

 22. Juli 2019
Az. 1811 / 2019 – 14

Man kann schon sagen „the same procedure as every year“, jedoch sind die Jungen Philologen Baden-Württemberg mit ihrer Vorsitzenden Martina Scherer dabei nicht zum Scherzen aufgelegt: Jedes Jahr leiden tausende Referendare und befristet beschäftigte junge Lehrkräfte pünktlich mit dem Schuljahresende unter dieser unsäglichen Praxis der baden-württembergischen Landesregierung und werden in die Arbeitslosigkeit entlassen.

„Wie sollen die Lehrkräfte sich weiterhin motivieren, wenn bei ihnen am Ende des Schuljahres immer wieder Hartz IV ansteht? (Referendare sind Beamte auf Widerruf, haben also nicht in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt.) Das Studium in Baden-Württemberg hat ein sehr hohes Niveau, aber wir schicken unsere exzellent ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen für die Dauer der Sommerferien in die Arbeitslosigkeit?

Gerade die Lehrkräfte, die in der Familiengründungsphase sind, die sich nach Studium und Referendariat eine Zukunft in Baden-Württemberg aufbauen wollen, haben dann kein Geld, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. An Urlaub und positive Zeit, um die eigenen Akkus nach einem Schuljahr wieder aufzuladen, ist dann schon gar nicht mehr zu denken“, so die Landesvorsitzende der Jungen Philologen Baden-Württemberg, Martina Scherer.

Konnten in der Vergangenheit noch Haushaltsengpässe als Entschuldigung für diese mangelnde Wertschätzung dienen, halten die Jungen Philologen die Beibehaltung dieser Praxis angesichts der Rekord-Steuereinnahmen des Landes mittlerweile für einen Skandal erster Klasse: Die Jungen Philologen halten es für entwürdigend, wenn junge, motivierte Lehrkräfte am Ende des Schuljahres jedes Jahr aufs Neue das Gefühl vermittelt bekommen, wie Tagelöhner oder Lückenbüßer behandelt zu werden.

Martina Scherer
Landesvorsitzende der Jungen Philologen
und ihr Team der Jungen Philologen