Laut Aussage der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann gibt es derzeit „exzellente Perspektiven für angehende Lehrkräfte in Baden-Württemberg“.

Die Jungen Philologen weisen darauf hin, dass dies absolut nicht zutrifft für angehende Lehrkräfte an Gymnasien mit den Fächern Sprachen oder Gesellschaftswissenschaften. Das Gegenteil ist für diese Lehrkräfte der Fall: Bereits im letzten Jahr gab es im RP Tübingen die Situation, dass es null Einstellungen im Listenverfahren gab. Auch in diesem Jahr zeigen die Zahlen, z. B. des RP Karlsruhe, dass für alle Fächer nur 75 Deputate an Gymnasien zur Verfügung stehen werden.

 Wo sind nun die von Frau Dr. Eisenmann versprochenen exzellenten Perspektiven zur Einstellung?

Diese entstehen nur, wenn die Gymnasiallehrer bereit sind, eine Zusatzqualifikation für Unterricht an Grundschulen oder auch an Werkreal-, Haupt- und Realschulen zu machen. In diesen Schularten kann der Lehrerbedarf nämlich nicht gedeckt werden. Das zwingt die gymnasialen Absolventen dazu, nach erfolgreichem Referendariat eine weitere Ausbildung mit anstehenden Prüfungen auf sich zu nehmen, um in Schularten zu unterrichten, an denen sie ursprünglich nicht arbeiten wollten.

Die jungen Philologen fordern das Land auf, den Lehrkräften, die sich bewusst für das allgemeinbildende Gymnasium entschieden haben und dafür hervorragend qualifiziert sind, auch dort ein Einstellungsangebot zu machen.

Liebe Frau Dr. Eisenmann, wenn Sie den vielen sehr gut ausgebildeten gymnasialen Lehrkräften jetzt eine Stelle geben und damit an den Gymnasien

• den Klassenteiler von 30 auf 28 oder weniger Schüler senken,
• die Unterrichtsverpflichtung von 25 auf 23 Deputatsstunden reduzieren,
• eine Unterrichtsversorgung von 110 % garantieren,
• die Anrechnungsstunden für besondere Aufgaben im Schulalltag zurückgeben,

dann hätten wir in der Tat exzellente Perspektiven für einen erfolgreichen Unterricht am Gymnasium.

Das wäre eine wirkliche Qualitätsoffensive!

Martina Scherer (Landesvorsitzende der Jungen Philologen)
und ihr Team der Jungen Philologen