Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) meldet nach einer Umfrage bei über 140 Gymnasien des Landes einen weiterhin sehr hohen Anteil an überforderten Kindern

• mit 4,6 Prozent in den fünften Klassen,
• mit 7,0 Prozent in den sechsten Klassen und
• mit 7,1 Prozent in den siebten Klassen der Gymnasien

Von den zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 in den fünften Klassen aufgenommenen Schülerinnen und Schüler hatten 4,6 Prozent Probleme – hochgerechnet rund 1.600 der Kinder in den fünften Klassen an den Gymnasien waren überfordert bzw. taten sich schwer.

Weiterhin hatten sieben Prozent der zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 in den sechsten Klassen angekommenen Schülerinnen und Schüler Probleme und liefen Gefahr, das Klassenziel nicht zu erreichen bzw. haben es nicht erreicht, – hochgerechnet sind dies rund 2.500 Kinder in den sechsten Klassen an den Gymnasien.

Erstmals wurden in die Umfrage des PhV BW auch die siebten Klassen der Gymnasien einbezogen: Auch von den zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 in die siebten Klassen eingetretenen Schülerinnen und Schülern zeigten sich über sieben Prozent überfordert.

Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, dass
• neben den 1,3 Prozent Sitzenbleibern in Klasse 5
• und den 2,1 Prozent Sitzenbleibern in Klasse 6
• weitere 2,8 Prozent Sitzenbleiber in Klasse 7 zu verzeichnen sind.

Der Philologenverband Baden-Württemberg stellt fest, dass der 2012 verfügte Wegfall der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung bis heute „wirkt“, Der PhV BW hofft nun auf eine Verbesserung dieser Zahlen, dadurch dass die inzwischen beschlossene und erstmals für den Übergang auf die weiterführenden Schulen zum Schuljahr 2018/19 geltende Verpflichtung zur Vorlage der Grundschulempfehlung von Anfang an eine gezielte individuelle Förderung ermöglicht.

Des Weiteren weist der Philologenverband BW darauf hin, dass die Ergebnisse der von der Ministerin angekündigten zentralen Vergleichsarbeiten (z.B. Ende Klasse 6) ebenfalls deutliche Hinweise auf eine „Fehlplatzierung“ eines Schülers geben werden. Wichtig im Sinne des Kindes ist es, dass ein Wechsel der Schulart so rasch vollzogen wird, dass das Kind nicht unnötig lange leiden muss wegen ständig schlechter Noten, wenn trotz Förderungsbemühungen eine klare Überforderung erkennbar ist. Kein Weg ist einem Kind verbaut, wenn es zunächst die Realschule besucht.

Weitere Informationen samt Zahlen und Grafiken

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2. Oktober 2017
Az. 1811 / 2017 – 13