Das Referat "Gemeinschaftsschulen" des Philologenverbands Baden-Württemberg stellt sich vor

Seit nunmehr fünf Jahren ist die Gemeinschaftsschule als neue Schulart in Baden-Württemberg an den Start gerückt. Mittlerweile existieren fast 300 Gemeinschaftsschulen an verschiedenen Standorten des Bundeslandes. Alle folgen dem Konzept der Vielfalt und unterstützen mit ihren Leitbildern den Unterricht auf drei verschiedenen Niveaustufen, darunter das erweiterte Niveau, das den gymnasialen Ansprüchen entsprechen soll. Hierfür wurden auch Gymnasiallehrer in den Dienst an Gemeinschaftsschulen gerufen, um dieses Niveau durch ihre Fachkenntnis und pädagogisch-didaktische Kompetenz zu sichern.

Erste Treffen von gymnasialen Lehrkräften an Gemeinschaftsschulen fanden 2014 in der Landesgeschäftsstelle des Philologenverbandes in Stuttgart statt. Dabei berichteten PhV-Mitglieder aus verschiedenen Gemeinschaftsschulen übereinstimmend von ähnlichen Erfahrungen und äußerten den Wunsch nach Unterstützung in verschiedenen Bereichen. Rechtliche Beratung, Weiterbildungsmöglichkeiten, alternative Berufswege und eine Austauschplattform waren dabei zentrale Anliegen dieser Mitglieder. Um jungen Lehrerinnen und Lehrern an Gemeinschaftsschulen eine Anlaufstelle für ihre Fragen und Probleme zu bieten, begründete der Philologenverband Baden-Württemberg im Landesvorstand ein Referat "Gemeinschaftsschulen".

Das Referat reiht sich dabei mit seinen Forderungen und Überzeugungen in die des PhV ein und. Als Fundament steht der Glaube an unsere gemeinsamen Ziele und Werte, die Gymnasiallehrkräfte durch ihre bewusste Berufswahl und durch ihr qualitativ hochwertiges wissenschaftliches Studium und Referendariat in sich tragen, und die als solidarisches Band zwischen uns gesehen werden können.

Aufgaben des Referats "Gemeinschaftsschulen"

Durch regelmäßig stattfindende Treffen von Gymnasiallehrkräften an Gemeinschaftsschulen mit den Jungen Philologen sowie mit Vertretern des Landesvorstands des PhV BW soll ein aktiver Austausch und ein intensiver Informationsfluss gepflegt werden. Ein reger Kontakt zwischen gymnasialen Lehrkräften an Gemeinschaftsschulen und den im Verband organisierten Lehrkräften an den Gymnasien des Landes soll dies möglich machen. Als Ansprechpartner des Verbandes für die Gemeinschaftsschule steht das Referat beratend mit umfassender Kenntnis zur Verfügung. Um die Anliegen aktiv zu unterstützen, soll der Referatsinhaber bei aktuellen Diskussionen in Absprache mit dem Landesvorstand an bspw. Podiumsdiskussionen, ARGE-Treffen der Eltern, Veranstaltungen des Kultusministeriums, der Parteien oder anderer Treffen, die sich mit der Gemeinschaftsschule als Schulart oder dort besonders stark vertretenen Aspekten der Arbeit von Lehrkräften bzw. der dort besonders favorisierten Pädagogik befassen, teilnehmen.
Auf der Grundlage dieser Erfahrungen sollen in Zusammenarbeit und enger Abstimmung mit dem Landesvorstand Stellungnahmen und Positionspapiere für den PhV zu wichtigen Themenbereichen, die von besonderer Relevanz für die GMS sind, verfasst werden.

Referatsleitung: Oberstudienrat Tristan Wiedemann

Nach meinem erfolgreichen Studium der Germanistik und der Geographie an der Eberhard-Karls- Universität Tübingen habe ich das zweite Staatsexamen erfolgreich am Carlo-Schmid-Gymnasium in Tübingen mit einer Zusatzausbildung in Naturwissenschaft und Technik absolviert. Danach zog es mich für eine Lehrtätigkeit am College für einige Zeit in die USA. In Deutschland wieder angekommen war ich als Gymnasiallehrer in Schleswig-Holstein bis 2013 beschäftigt. Zum Schuljahr 2013/14 konnte ich durch eine Stelle an einer Gemeinschaftsschule wieder nach Baden-Württemberg, meine Heimat, kommen. In diesem Jahr begann ich ebenso mein M.A. Studium "Schulmanagement" an der TU Kaiserslautern, welches mich ganz konkret in meiner derzeitigen Führungsaufgabe in der erweiterten Schulleitung an meiner zweiten Gemeinschaftsschule in Ulm unterstützt und die Vereinigung von theoretischen und praktischen Themen- und Aufgabenbereichen ermöglicht.

Den Kern meiner Arbeit bildet eine tiefe Überzeugung über die Leitziele bzw. Leitgedanken der gymnasialen Bildung. Die durch einen modernen Unterricht ermöglichte Vermittlung fundierter Grundlagen des gesamten Spektrums an Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der heutigen Zeit ist dabei tragendes Element. Der Leistungsgedanke spielt dabei in meinem pädagogischen Wirken eine wichtige Rolle und zeichnet meine Arbeit in der Schulentwicklung aus.

Neben den regelmäßigen Treffen, nahm ich im Auftrag des PhV bereits am 4. Juni 2016 als Vertreter gymnasialer Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen an einer Podiumsdiskussion zum Thema: "Gleichartig? Gleichwertig? Worin unterscheiden sich Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und das Berufliche Gymnasium?" teil, die von der Arbeitsgemeinschaft Elternbeiräte an Gymnasien im Regierungsbezirk Stuttgart (ARGE) in Ludwigsburg stattfand. Auch vertrat ich bei einer Klausurtagung der Jungen Philologen auf Bundesebene im Jahr 2014 in Ulm die Interessen der Mitglieder.

Angesichts der Erfahrungen an Gemeinschaftsschulen sind alle gymnasialen Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen willkommen, um als starkes Team gemeinsam voneinander zu profitieren und zu Verbesserungen beizutragen.

Tristan Wiedemann
Leiter Referat Gemeinschaftsschulen



 

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