Kultusministerin Eisenmann zu Gast beim PhV BW:

Hauptvorstand des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW) tagte am 9. Dezember 2016 im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart

Bei der turnusmäßig Anfang Dezember stattfindenden Sitzung des Hauptvorstands des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW) stand in diesem Jahr neben den aktuellen bildungs- und berufspolitischen Themen der Besuch der Kultusministerin im Mittelpunkt des Tagungsprogramms.

Zu Beginn der Sitzung des Hauptvorstands begrüßte der Vorsitzende Bernd Saur in diesem Jahr als Gastrednerin Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und dankte der Ministerin zunächst für ihren nach einigem Ringen schließlich erfolgreichen Einsatz für den Erhalt von Lehrerstellen im Schulbereich. Saur erinnerte aber auch daran, dass der Verband durchaus höhere Erwartungen in das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und der CDU gesetzt hatte, beispielsweise gemessen an den Forderungen des PhV BW nach "keinen weiteren Gemeinschaftsschulen", insbesondere "keine Oberstufen an Gemeinschaftsschulen", sowie "Wahlfreiheit G8/G9" und "Rücknahme der achtprozentigen Absenkung bei der Eingangsbesoldung".

Kultusministerin Eisenmann: "Das Gymnasium ist eine tragende Säule in unserem Schulsystem und wird es auch bleiben."

Kultusministerin Eisenmann betonte zu Beginn ihrer Rede an die Delegierten des PhV BW in Stuttgart, dass ihr das direkte Gespräch mit den Schularten sehr am Herzen liege und versicherte ausdrücklich: "Das Gymnasium ist eine tragende Säule in unserem Schulsystem und wird es auch bleiben." Darüber hinaus möchte die Ministerin aber die Diskussion um die Schulstruktur einstellen: "Wir haben die Schulstruktur, die wir haben" so Eisenmann und merkte gleichzeitig an, dass Wissensvermittlung wieder mehr im Mittelpunkt stehen werde, und Lehrer solle wieder Lehrer sein und nicht Lernbegleiter. Die Kultusministerin sicherte den gymnasialen Lehrkräften und der Schulart Gymnasium ihre volle Unterstützung zu. Ihr Ziel sei ein "qualitativ hochwertiges Bildungssystem". Ruhe und Verlässlichkeit sollten den Lehrkräften die Möglichkeit geben, sich wieder auf ihr Kerngeschäft, den Unterricht, zu konzentrieren.

Dr. Susanne Eisenmann ging in ihren Ausführungen auf einige der aktuell zentralen Themen ein. Sie verwies auf die gerade in der Anhörung befindliche Änderung des Schulgesetzes, die nicht die Verbindlichkeit aber eine Pflicht zur Vorlage der Grundschulempfehlung bei der weiterführenden Schule zum Ziel habe, wie sie vom PhV BW auch gefordert wurde. Die Kultusministerin deutete dann Überlegungen zur Wiedereinführung der zentralen Klassenarbeiten an und ging schließlich auf das große Thema "Digitalisierung" ein, wobei sie die Einführung der Informatik ab Klasse 7 ankündigte, über alle Schularten beginnend am Gymnasium. An dieser Stelle forderten Delegierte des PhV BW nicht nur die entsprechend notwendige Ausstattung an Geräten und Lehrkräften, sondern auch eine deutliche Verbesserung der zurzeit vollkommen unzureichenden Ressourcen für die Betreuung des wachsenden Geräteparks.

Die Kultusministerin ging abschließend auch auf die Bedeutung der Fortbildungen für Lehrkräfte ein, hier gebe es einen gewissen Nachholbedarf. Eine Auswertung des bestehenden Angebots solle helfen, die Möglichkeiten zur Fortbildung zu verbessern. In der anschließenden offenen Diskussion betonten gerade zu diesem Thema die anwesenden Lehrkräfte, wie wichtig qualitativ hochwertige Fortbildungsangebote seien. Eine Verpflichtung zur Fortbildung sei überflüssig, wenn in ausreichendem Umfang gute Fortbildungen angeboten werden, die dann auch gerne angenommen werden. In der Diskussion mit der Ministerin kamen dann auch noch der Erhalt der Studierfähigkeit und des Abiturniveaus sowie die Lehrerversorgung zur Sprache.

Der PhV-Vorsitzende Bernd Saur überreichte Kultusministerin Eisenmann zum Abschluss das kürzlich vom Verband in Anlehnung an das frühere System der Grund- und Leistungskurse ausgearbeitete Konzept für eine Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe mit Basis- und Intensivkursen. Saur bedankte sich im Namen der versammelten Delegierten für die offenen Worte und klaren Aussagen, die den Philologenverband Baden-Württemberg und die gymnasialen Lehrkräfte des Landes für eine konstruktive Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung gymnasialer Bildung optimistisch stimmen.

Im weiteren Verlauf der Hauptvorstandssitzung wurden im Rahmen der Berichte der Referatsleiter ausführlich die aktuellen Themen der Berufs- und Bildungspolitik diskutiert.

Im Rahmen seiner Ausführungen zur Berufspolitik berichtete Cord Santelmann über den Stand der Musterverfahren des Beamtenbundes gegen die Absenkung der Eingangsbesoldung und erinnerte daran, dass Betroffene unter Einhaltung der Frist bis zum Jahresende noch ihren Antrag auf amtsangemessene Alimentation stellen können.

Ralf Scholl berichtete dem Hauptvorstand als Vorsitzender des Hauptpersonalrats Gymnasien beim Kultusministerium über die Einstellungssituation und über die Unterrichtsversorgung zu Beginn des Schuljahres 2016/17. Er informierte in diesem Zusammenhang auch über das vom Kultusministerium für das Jahr 2017 geplante A14-Beförderungsprogramm.

Im Anschluss an seinen Bericht aus dem Hauptpersonalrat erläuterte Ralf Scholl die Eckpunkte des in den letzten Landesvorstandssitzungen in Anlehnung an das frühere System der Grund- und Leistungskurse ausgearbeitete Konzept des PhV BW für eine Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe mit Basis- und Intensivkursen (siehe hierzu die Zusammenfassung im separaten Bericht weiter hinten im Heft).

In weiteren Kurzberichten berichteten Jörg Sobora als Vorsitzender der Jungen Philologen von den Aktivitäten der "JuPhis" und Karl-Heinz Wurster aus dem Referat "Pensionäre" über die Entwicklung der Beamtenpensionen. Schatzmeister Dr. Andreas Horn stellte in seinem Finanzbericht den für das Geschäftsjahr 2016 zu erwartenden Jahresabschluss vor und stellte anhand von Diagrammen die weiterhin erfreuliche Entwicklung bei den Mitgliederzahlen dar mit einem Anstieg im Laufe dieses Jahres auf nun über 8500 Mitglieder.

Beschlussfassung des Hauptvorstands zu bildungspolitischen Themen

Schließlich leitete der stellvertretende Vorsitzende Jörg Sobora die Diskussion und Abstimmung über die vorliegenden an den Hauptvorstand gerichteten Anträge.

Der Hauptvorstand des PhV BW beschloss im Laufe der Beratungen, sich dafür einzusetzen,


A. H.



 

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