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Philologenverband Baden-Württemberg e.V.
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06.06.2013 / 1811 - 15b-13

 
     

Pressemitteilung der Gymnasiallehrerverbände in Österreich, Bayern und Baden-Württemberg zur

"Münchner Erklärung zur Integration im schulischen Kontext"

Erfolgreiche schulische Bildung essentiell für den sozialen Frieden

Nicht zuletzt mit Blick auf die dramatische Entwicklung in der schwedischen Hauptstadt mahnen die Vorsitzenden der Gymnasiallehrerverbände Österreichs, Bayerns und Baden-Württembergs die politisch Verantwortlichen, die enorme Bedeutung erfolgreicher schulischer Bildung für den sozialen Frieden anzuerkennen.

"Die Gewalt Jugendlicher ist fast immer Ausdruck ihrer Hoffnungslosigkeit", so Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW). "Umso größer sind mein Unverständnis und mein Ärger darüber, dass Baden-Württembergs bislang höchst erfolgreiches Schulwesen derzeit Attacken der grün-roten Landesregierung ausgesetzt wird, die seine bisherige Qualität massiv gefährden."

Max Schmidt, Vorsitzender des Philologenverbands Bayern (bpv), streicht die Spitzenleistungen der bayerischen Schülerinnen und Schüler bei allen nationalen und internationalen Leistungsüberprüfungen hervor: "Doch viel wichtiger als Top-Platzierungen bei PISA und Co ist es mir, dass Bayerns differenziertes Schulwesen es ganz offensichtlich schafft, den Begabungen der jungen Generation gerecht zu werden. Bayern gelingt es, jungen Menschen berufliche Perspektiven zu eröffnen, von denen die Jugend in Gesamtschulländern nur träumen kann."

Gerhard Riegler, Vorsitzender der Österreichischen Professorenunion (ÖPU), sieht mit Freude einen Hoffnungsschimmer am Horizont, dass endlich ideologische Scheuklappen abgelegt werden: "Um dem Unterricht folgen zu können, muss man die Unterrichtssprache verstehen und in ihr kommunizieren können. Wohin das Einheitsschulmotto "Jedem das Gleiche" in Wirklichkeit führt, zeigen die Stockholmer Zustände einmal mehr drastisch auf."

Bernd Saur bestätigt: "Jungen Menschen unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen schulische Einheitskost vorzusetzen, ist unklug, gefährlich und sozial ungerecht."

"Wir fordern ein Mehr an individuell zugeschnittenen Bildungsangeboten, die allen jungen Menschen zur vollen Entfaltung ihrer Potenziale verhelfen", ergänzt Max Schmidt.

Gerhard Riegler betont die Bedeutung der Jugendbeschäftigung für den sozialen Frieden: "Deutschland und Österreich weisen EU-weit die mit Abstand niedrigste Jugendarbeitslosigkeit auf. Diese erfreuliche Tatsache hat maßgeblich dazu beigetragen, dass bei uns keine Pariser oder Stockholmer Zustände herrschen."

"Dass ein vielfältiges Bildungsangebot unterschiedlichen Begabungen, Interessen und Bedürfnissen am besten gerecht wird, war Lehrkräften natürlich immer bekannt. Dass eine ideologisch gesteuerte Schulpolitik dies nicht wahrhaben will, muss im Interesse der jungen Menschen und des sozialen Friedens endlich der Vergangenheit angehören", so die drei Vorsitzenden der Lehrerverbände abschließend unisono. (Münchner Erklärung siehe Anhang.)

Gerhard Riegler, Vorsitzender der Österreichischen Professoren Union (www.oepu.at)
Max Schmidt, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes bpv (www.bpv.de)
Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbandes Baden-Württemberg (www.phv-bw.de)

 

www.phv-bw.de

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Münchner Erklärung zur Integration im schulischen Kontext

Bild des PhV BW-Vorsitzenden Bernd Saur